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Erster Stader Schleudercup

Bericht F3K Schleudercup in Stade am 02.04.2011

Von Thomas Volquards

Am 02. April 2011 wurde vom LSV-Stade ein offener F3K D-Cup Wettbewerb ausgerichtet. Teilnehmen konnte jeder interessierte F3K Pilot mit gültiger Versicherung. Von unserem verein waren 2 Teilnehmer dabei: Dirk Weiß und meine Wenigkeit.

Die Aufgaben waren nach Reglement ausgesucht worden:

All-up-Last-Down:
Die Aufgabe ohne Rahmenzeit. Alle Piloten starten innerhalb von 3 Sekunden gleichzeitig. Jeder versucht solange wie möglich zu fliegen, um das Maximum von 3 Minuten pro Flug zu erreichen. 3-mal wird diese Aufgabe, die dem heimatlichen Training am nächsten kommt, wiederholt. Diese Aufgabe zeigt dem Piloten direkt, wie gut oder wie schlecht er fliegt. Auch den Zuschauern ist diese Aufgabe leicht verständlich: Wer am längsten oben bleibt hat gewonnen! Ziel der Piloten ist, den anderen jede mögliche Sekunde abzunehmen. Daher heißt es das Helfer-Kommando: „Ausfliegen!“. Am Ende schweben fast gleichzeitig 5-8 Modelle in niedriger Höhe über dem Landefeld. Spektakulär sind die drei Massenstarts dieser Flugaufgabe.

3 aus 6:
Die Rahmenzeit beträgt wieder 10 Minuten, jedoch sind nur 6 Starts erlaubt. Jeder Flug hat ein Maximum von 3 Minuten. Praktisch bedeutet dieses wieder den Versuch möglichst bei jedem Flug die 3 Minuten voll zu fliegen. Meistens gelingt es jedoch nur 1 oder 2-mal die 3 Minuten voll zu fliegen. Taktisch klug wird beim letzten Start gegen das Rahmenzeitende geflogen. Es gilt nämlich das ungeschriebene Gesetz, dass immer zum Rahmenzeitende gute Thermik aufkommt!

5 mal 2
Innerhalb der Rahmenzeit von 10 Minuten, können beliebig viele Starts durchgeführt werden. Nur die 5 besten werden gewertet. Pro Flug gilt eine Maximalflugzeit von 120 Sekunden. Bei wirklich guten thermischen Bedingungen wird diese Aufgabe zu einer reinen Landewertung. Das theoretisch mögliche Maximum - 5 * 120 Sekunden = 600 Sekunden - kann nicht erreicht werden. Selbst wenn der Pilot direkt in die Fanghand landet, muss er sich erst noch einmal drehen, bevor der Flieger wieder frei fliegt. Typisch für diese Aufgabe ist der spektakuläre Massenstart aller Teilnehmer bei Rahmenzeitbeginn, um keine Sekunde zu verschenken.

1, 2, 3, 4 Minuten Max:
Innerhalb der Rahmenzeit von 10 Minuten sind beliebig viele Starts erlaubt. Vier Flüge kommen in die Wertung, wobei in beliebiger Reihenfolge die Maxima von 1, 2, 3 und 4 Minuten abgeflogen werden. Diese Aufgabe wirkt recht kompliziert und ist nicht ganz so populär wie die anderen. Praktisch bedeutet die Aufgabe andauerndes Starten, um möglichst lange oben zu bleiben. Der Helfer achtet darauf, dass ein Maximum nicht zweimal erflogen wird. Also muss auf dem Flugfeld rasch entschieden werden. Die Auswertung ist einfach: Der längste Flug wird dem 4 Minuten Maximum zugeordnet, der zweitlängste den 3 Minuten, usw.

letzter Flug:
Innerhalb der Rahmenzeit von 10 Minuten sind beliebig viele Starts erlaubt. Gewertet wird der zuletzt geflogene Flug, der maximal 300 Sekunden dauern darf. In der Regel passiert bei Beginn der Rahmenzeit erstmal nichts, Taktieren und Beobachten der anderen Piloten ist angesagt. Wenn die Thermik nicht für die vollen 5 Minuten ausreicht, hat der zuerst gestartet Pilot meist einen Vorteil. Schlecht beraten ist ein Pilot, der einen guten Flug durch einen neuerlichen Start ungültig macht.

vorletzter und letzter Flug:
Ähnlich wie Aufgabe 2 sind innerhalb der 10 Minuten Rahmenzeit beliebig viele Starts erlaubt, jeder Flug hat ein Maximum von 3 Minuten. In die Wertung kommen der letzte und der vorletzte Flug. Nach einem guten Flug (z.B. 3 Minuten) muss man taktieren, Startet man in eine Flaute und erreicht beispielsweise nur 45 Sekunden, so kann man praktisch aufhören, durch einen weiteren Start würde man seinen 3 Minuten Flug aus der Wertung nehmen. Häufig verlassen die meisten Piloten bereits vor Rahmenzeitende das Flugfeld.

Pokern:
Hier gibt der Pilot eine Flugzeit vor, die er erfliegen muss, z.B. Ansage: 60 sekunden, sollte diese Zeit nicht erflogen worden sein, wird sie beim nächsten Start noch mal angesetzt, solange bis man sie erreicht, max. 5 Starts, max 10 Minuten Rahmenzeit.

Steigern:
Beginnend mit 45 sek wird jeder weitere Flug um 15 sek. Verlängert. Max. 5 Starts, Rahmenzeit 10 minuten.

Das Briefing begann gegen 9:00 Uhr, so das wir gegen 9:30 anfangen konnten. Um diese Uhrzeit war mit Thermik noch nicht viel los, deshalb waren die Powerwerfer klar im Vorteil. Gegen 11:00 Uhr wurde dann die Thermik deutlich stärker, eigentlich konnte man bei jedem Durchgang eine ausgeprägte Thermikblase erhaschen, wenn man sie denn gefunden hätte. ;-)

So ging der Wettbewerb ohne größere Zwischenfälle von statten, bis es um 12:30 Uhr die angedrohte Mittagssuppe gab. Ich sage nur: erstklassig. Überhaupt war die Organisation wirklich gut. Für nen 10er Startgeld gab es morgens belegte Brötchen mit Kaffee satt, Mittags die Suppe bis der Magen streikte und zum Schluss noch Pokal und Präsente für jeden Teilnehmer.

Leider brach beim meinem Topsky Viper am Nachmittag der Randbogen, so das ich mit meinem Ersatz HLG Longshot 2 weiter fliegen musste. Bei dem hatte sich nach einer Stecklandung der Schwerpunkt merklich verschoben, wodurch die reinen Abgleitzeiten doch merklich zurück gingen.

Wegen eines privaten Termins musste ich gegen 3 Uhr den Wettbewerb verlassen, konnte also die letzten beiden Aufgaben nicht mitfliegen und verpasste leider auch die Siegerehrung.

Die Platzierungen:

1. Dirk Weiß mit 100% (Modell: Eigenbau/-entwicklung)
2. Marc Peters mit 94,97% (Modell: RCN09 Eigenbau)
3. Peer Schmidt mit 94,45 % (Modell: Stobel V2)
17. der Verfasser mit 51.65 % (immerhin noch Vorletzter!!) (Modell: Topsky V2/ Longshot V2)

Wegen der großen Resonanz und dem sehr positivem Feedback wird dies sicherlich nicht der letzte Schleudercup in Stade sein. Wir haben uns bereits vorsorglich für 2012 angemeldet.

05.04.2011

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